Loading...
You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

Papini & Graunbøl interpretiert LINUM; 2

Sie sind das stilsichere Duo, das immer den richtigen Ton trifft. Dem Fotograf Andrea Papini und der Stylistin Marie Graunbøl gelingt es immer, die perfekte Balance zwischen dem Stoff und dem Gegenstand zu kreieren, bei dem das schöne, weiche Licht das Objekt mit der höchsten Genauigkeit einfängt. Dieses Mal steht Maries eigene Küche im Mittelpunkt und gemeinsam mit Andrea zeigt sie uns, wie die Gegenstände des Alltags mit der natürlichen Weichheit der Stoffe verschmelzen oder einen schrillen Kontrast bilden können.

Mit dem Frühling kommt die Zeit der alltäglichen Abendessen, aber auch die der Festessen an den Wochenenden. Endlich kann ein Fenster zu einem üppigen Innenhof geöffnet werden und die Geräusche der Stadt oder des Landes dürfen endlich in die dicken Gemäuer des Hauses dringen. Da wird die Küche zu einem natürlichen Treffpunkt und der gedeckte Tisch zu einem Statement. Es ist eine Ehre, sich an einen sorgfältig gedeckten Tisch setzen zu dürfen, aber auch derjenige sein zu dürfen, der noch schweigsam seinen Gedanken an der Spüle nachhängt. Dass die Küche im Leben der Menschen eine zentrale Rolle spielt, ist nichts Ungewöhnliches. Deswegen ist es absolut passend, dass unser Interview mit Marie und Andrea gerade hier stattfindet.

Ihr habt mehrmals zusammen gearbeitet. Wie habt ihr euch gefunden?

In Skandinavien ist die Branche recht klein, wodurch es einfach ist, einander im Auge zu behalten und herauszufinden, mit wem man eine Art kreative Verwandtschaft beginnen möchte. Da hofft man, dass sich die Wege irgendwann auch auf beruflicher Ebene kreuzen, so dass man die Chance bekommt, herauszufinden, was daraus entsteht. Dass Andrea bei seiner Arbeit auf zwei verschiedene kulturelle Wurzeln zurückgreifen kann, macht unsere Zusammenarbeit und unseren Austausch besonders. Häufig ist sein Ausdruck verblüffend „schwedisch“, trotz seiner italienischen Wurzeln, aber plötzlich weht durch seine Arbeit ein Hauch vom Mittelmeer und dadurch entsteht eine Unvorhersehbarkeit, die mir sehr, sehr gut gefällt.

Das hier ist die zweite Interpretation für LINUM – warum habt ihr so viel Spaß daran?

Es ist eine sehr freie und ungebundene Aufgabe, bei der die Stoffe ihren eigenen Stempel aufdrücken. Sie entscheiden, wie das Ergebnis wird, und es ist eine Herausforderung, mit ihnen richtig umzugehen. Diese Saison wurde etwas „erdiger“ als ich sie mir eigentlich zuerst vorgestellt hatte, aber gleichzeitig passt sie gut in die heutige Zeit. Momentan brauchen wir etwas, was man berühren kann und was lebendig, aber auch nah und sicher ist. Andreas Geschick mit der Beleuchtung trägt zu der unbestreitbaren Ruhe und Authentizität der Bilder bei, die eine etwas düstere Stimmung vermitteln, was nichtsdestotrotz eine erdige Atmosphäre erzeugt.

Wie kreiert ihr die Bilder? Macht ihr vorher gemeinsam Skizzen oder entscheidet ihr spontan aus dem Bauch heraus?

Ich arbeite meistens so, dass vor dem Fotografieren alles geplant ist, was das Styling betrifft. Für mich entsteht der Zauber, wenn für jedes Bild die Gegenstände genau ausgewählt worden, alle Winkel berechnet und die Stoffe komplett einsatzbereit sind. Ab da beginnt die Zusammenarbeit mit dem Fotografen und das ist entscheidend für das Endergebnis. Meiner Erfahrung nach gelingt ein Bild so am allerbesten. Wenn man vorher zu viel skizziert und kontrolliert, hemmt das oft die Kreativität während des eigentlichen Shootings. Daher ist es besser, wenn man sich vorher gut vorbereitet und gute Ideen sammelt. Es unterscheidet sich jedoch etwas von Aufgabe zu Aufgabe sowie im Verhältnis zum Ausmaß und zum Umfang, aber hauptsächlich arbeite ich so am liebsten vor einem Shooting.

Was wird bei euch sonst noch dieses Frühjahr passieren?

 Ich ertrinke fast in spannenden Projekten. Ich werde mit einer Menge toller Menschen zusammen arbeiten, die ich wirklich mag und die mir auch sehr viel geben. Ich habe großes Glück.

Habt ihr irgendein Traumprojekt, das ihr verwirklichen möchtet?

Was mich betrifft, kann ich mir wirklich vorstellen, zusammen mit Andrea einen ganzen Katalog zu gestalten – in der die Bilder von Anfang bis Ende zusammengehören und eine einzig lange, zusammenhängende Geschichte erzählen. Es wäre auch toll, etwas konzeptioneller und künstlerischer zu arbeiten, oder warum nicht nach Italien fahren und dort etwas Interessantes machen? Die Möglichkeiten sind endlos.

Photography: Andrea Papini, Styling: Marie Graunbøl.