Wir stellen vor: Mathias Elovsson, unsern erfolgreichen designer.

Der schwedische Designer Mathias Elovsson, dem LINUM bereits viele Klassiker verdankt, hat sein enorm erfolgreiches Produkt, die Lederschürze FUEGO, um eine weitere Farbstellung ergänzt. Im Vorfeld der Lancierung (Februar vormerken!) hatten wir Gelegenheit, Mathias ein paar Fragen zu LINUM, zu Wohntrends und Designkonzepten zu stellen.

Wie war es für dich anfangs, für LINUM zu entwerfen und welche Herausforderungen hast du seither erlebt?

Als ich anfing, befand sich LINUM in einer Phase umfassender Veränderungen, die sowohl die Produktentwicklung als auch die Sortimentskoordination und die betriebliche Organisation betrafen. In gewisser Weise war es wie eine Neugründung, gleichzeitig gab es eine Tradition zu verwalten, die mir viel Respekt abverlangte. Wer als Designer eine spezifische Marke betreut, muss auf Ausgewogenheit zwischen der eigenen Idee und dem Profil bzw. visuellen Ausdruck des Unternehmens achten.

 

Was inspiriert dich? Ist es anstrengend für Kreative, ständig neue Entwürfe liefern zu müssen?

Inspiration kann von überall her kommen, manchmal ist es ein Wort, eine Farbe, eine Begegnung. Inspiration ist aber auch die Frucht harter Arbeit und der Notwendigkeit sich selbst Grenzen zu setzen. Natürlich kann die Erwartung an uns Designer, ständig neue Ideen zu liefern, auch belastend sein, aber das gilt schließlich auch für andere Berufe: Du hast eine Aufgabe und hast sie auf bestmögliche Weise zu lösen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass das Ergebnis kreativer Arbeit immer beurteilt wird und jeder eine Meinung dazu hat. Außerdem kann man nie sicher sein, ob man den richtigen Nerv trifft, da man mit den ersten Entwürfen 12 oder sogar 18 Monate im Voraus beginnt.

 

Wie schätzt du die derzeitige Entwicklung von Design ein – findest du, dass Trends schneller wechseln als früher oder eher, dass kein Trend sich richtig durchsetzt?

Design ist überall und nirgendwo. Alle Dinge, mit denen wir uns umgeben, sind ja in gewisser Weise designt: Jemand hatte eine Idee, wie das Produkt aussehen soll. Im Einrichtungsbereich waren Trends in der Vergangenheit langsamer als beispielsweise in der Modeindustrie, aber ich glaube, das wird sich ändern. Gleichzeitig ist es problematisch überhaupt von Trends zu sprechen, denn es gibt so viele verschiedene Stile und Geschmacksrichtungen, dass man keinen durchgängigen Trend ausmachen kann. Wenn man heute einen Vortrag über Trends besucht, muss man sich wirklich auf alles gefasst machen. Ganz gleich, was einem gefällt, so findet man immer etwas, das einem das Gefühl gibt, richtig zu liegen…

 

Was wird deiner Meinung nach die Zukunft der Einrichtungsbranche prägen?

Ich denke Ehrlichkeit bezüglich des Produkts und sowohl sich selbst, als auch dem Kunden oder Empfänger gegenüber wird gefragt sein. Man muss offen über die Qualität und den Herstellungsprozess Auskunft geben und mit Handwerklichkeit, Ausführung u.ä. argumentieren können, warum ein Produkt einen bestimmten Preis hat. Ich bin außerdem überzeugt, dass Kunden heute mehr über den Wert von Produkten wissen und daher andere Kaufentscheidungen treffen. Sie wissen Langlebigkeit zu schätzen, sowohl hinsichtlich des Materials, aber auch beim Design.

 

Was würdest du jungen Leuten raten, die mit Design arbeiten wollen?

Das Wichtigste, das ich im Laufe der Jahre gelernt habe: Lass dich nicht vom Prestige leiten. Du BIST nicht dein Design. Manchmal ist man nicht hundertprozentig zufrieden mit dem Endprodukt, aber solange es seinen Bestimmungszweck erfüllt, hat man gute Arbeit geleistet. Dennoch: Man muss seine Entscheidungen motivieren können. Dass man etwas schick findet, reicht nicht aus.

 

Was kannst du zu FUEGO sagen, wie kamst du auf dieses Produkt?

FUEGO entstand auf LINUMs Wunsch, das Küchensortiment zu erweitern, einen neuen Kundenkreis zu erschließen und die Marke zu stärken. In enger Zusammenarbeit mit LINUMS erfahrener Produktleiterin Annika Ekblom konnten wir einen Lieferanten ausfindig machen, der unseren Qualitätsansprüchen genügte. Die Produkte sollten sowohl funktionell als auch optisch ansprechend sein. Den Details haben wir besonders viel Sorgfalt gewidmet: dem kleinen Halter fürs Küchenhandtuch, der Größe der Nieten und Breite der Bänder.

 

Welches ist dein persönliches Lieblingsprodukt bei LINUM?

Obwohl ich für ein fast reines Textilunternehmen arbeite, ist es ironischerweise meine kleine Marmorschale MABLE bowl für Meersalz oder Gewürze, die ich selbst täglich benutze. Klein und bescheiden, aber mit angenehmer Schwere und langlebig.

 

Gibt es ein Muster, das dir besonders ans Herz gewachsen ist?

Ja, das Muster Gamla Stan, das es in drei verschiedenen Farbstellungen gibt, finde ich ausgesprochen gelungen. Es ist im Grunde ein klassisches Bogenmuster mit einer bewussten Symmetrie, das es sehr spannungsreich wirken lässt. Von der letzten Kollektion gefällt mir das Blumenmuster Midsummer, das an die schwedischen Schären erinnert, besonders gut.

Gibt es etwas, das du noch nicht entworfen hast, aber gerne machen würdest?

Eine ganze Kollektion mit Haushaltsprodukten für jeden Bedarf, die einer klaren Designlinie folgen, würde mir Spaß machen.

 

Und zu guter Letzt: FUEGO ist ja ein Produkt für die Küche. Wie sieht es mit deinem eigenen Kochtalent aus?

Kochen ist ja eine ausgesprochen kreative Tätigkeit. Ich bin ein begeisterter Hobbykoch, und wenn ich ein Lieblingsrezept auswählen soll, so ist es ein ganz scharfer Chilitopf, dessen Originalzutaten der texanische Journalist Francis X Tolbert Anfang der 60er-Jahre beschrieb.

Mathias Elovsson arbeitet seit September 2014 für LINUM, davor war er für Åhléns, Schwedens größte Warenhauskette, als Designer tätig.

Sein Examen als Textildesigner hat er an der Kopenhagener Designhochschule abgelegt.